Leseprobe
Das Picknick
Die Sonne lachte strahlend vom Himmel. Zufrieden schaute sich Max auf der Wiese um. „Da drüben unter dem Baum ist ein guter Platz“, sagte er zu seiner Freundin Sabine. „Ja“, antwortete Sabine. „Ich hätte jetzt große Lust auf ein Stück Erdbeerkuchen.“ „Dann lass uns picknicken“, sagte Max munter.
Einige Schritte von ihnen entfernt spielte eine Familie Fußball. Vater, Mutter und zwei Kinder. Doch Max kümmerte sich nicht darum und ließ sich auf der Decke nieder. Sabine machte es sich neben ihm bequem. „Es gibt leckeren Erdbeerkuchen und Kekse haben wir hier auch!“, sagte Max.
Sabine biss herzhaft in ein Stück Kuchen. „Hm, lecker! So ein Picknick ist doch wirklich mal was ganz anderes.“ „Ja, nicht wahr?“, antwortete Max und knabberte an einem Keks. Da hörte er plötzlich eine Stimme.
„Ich hole mir mal was zu trinken“, rief der Junge, der eben noch Fußball gespielt hatte, und rannte direkt auf Max und Sabine zu. Jetzt griff er nach der Wasserflasche, die auf der Decke vor den beiden stand. Sabine wurde ganz flatterig und rutschte aufgeregt hin und her. „Ganz ruhig“, flüsterte Max. „Es wird schon nichts passieren. Er ist gleich wieder weg.“ Und um Sabine zu zeigen, dass sie keine Angst haben müsse, biss er herzhaft in den Erdbeerkuchen.
„Ih, eine Wespe! Da auf dem Erdbeerkuchen“, schrie der Junge und schlug wild um sich. Der Schlag traf Max völlig unvorbereitet. Torkelnd flog er ins Gras. Sabine schaffte es gerade noch, Max hochzureißen, bevor der drohend über ihm schwebende Schuh ihn unter sich begrub.
„Sabine, du hast mir das Leben gerettet!“, rief Max. „Hattest du denn gar keine Angst vor dem Mini-Menschen?“ „Schon, aber ich konnte dich doch nicht einfach von diesem Schuh platt walzen lassen. Und außerdem… Wespe, ph! Wo du doch eine solch stattliche Biene bist“, brummte Sabine. „Komm, lass uns ein Eis essen.“
Glücklich nebeneinander hersummend flogen Max und Sabine dem Eisstand entgegen.
© Corinna Wieja

